Triebspitzen richtig ausknipsen
Warum regelmäßiges Kappen der Triebspitzen buschigen Wuchs statt einem einzelnen hohen Trieb fördert, und wie du es ohne Ernteverlust richtig machst.
Wer eine Pflanze einfach wachsen lässt, bekommt oft einen einzelnen hohen Trieb mit wenig Blattmasse. Regelmäßiges Ausknipsen der Triebspitzen — auch “Topping” genannt — lenkt die Energie der Pflanze stattdessen in seitliches Wachstum.
Warum Kappen buschigen Wuchs fördert
An der Spitze jedes Triebs sitzt die sogenannte Apikaldominanz: ein Hormon, das seitliche Knospen unterdrückt, solange die Spitze intakt ist. Wird die Spitze entfernt, fällt diese Unterdrückung weg — die Pflanze treibt aus den nächsten ein bis zwei Blattachsel-Paaren gleichzeitig neu aus. Aus einem Trieb werden so zwei, aus zwei werden vier.
So geht’s richtig
- Warte, bis der Trieb mindestens drei Blattpaare zeigt.
- Knipse direkt über dem obersten vollständigen Blattpaar ab — nicht mittendrin im Internodium.
- Nutze eine saubere Schere oder die Fingernägel; bei saftigen Kräutern wie Basilikum reicht Abzwicken von Hand.
- Lass der Pflanze danach ein bis zwei Wochen Zeit, bevor du erneut kappst.
Typischer Fehler
Zu tief kappen — also unterhalb aller Blattpaare, direkt am Haupttrieb — entfernt zu viel Blattmasse auf einmal. Die Pflanze braucht dann deutlich länger, um sich zu erholen, statt zügig buschig nachzutreiben.